Ernst Jakob Henne

Ernst Jakob Henne wurde am 22. Februar 1904 in Weiler, in der Nähe von Wangen im Allgäu, geboren.

In den 20er und 30er Jahren war er einer der erfolgreichsten deutschen Motorrad-Rennfahrer: er fuhr zahllose Siege, Meisterschaften und Geschwindigkeitsrekorde auf 2 Rädern ein; auch auf vier Rädern gewann er viele internationale Rennen.

Er war unter anderem 1926 Deutscher Meister in der 500cc Klasse und 1927 Deutscher Meister in der 750cc Klasse. 1928, also genau vor 80 Jahren, gewann Henne auf Metzeler die legendäre "Targa Florio": Er gilt immer noch als Legende, als Mythos. Deshalb möchte ihn Metzeler dieses Jahr mit dem ersten Kapitel der Metzeler's Heroes Reihe ehren.

Zwischen 1928 und 1937 stellte er insgesamt 76 Geschwindigkeitsweltrekorde auf. Den letzten davon am 28. November 1937 mit einer Geschwindigkeit von 279,5 km/h auf einer aufgeladenen 500cc BMW. Dieser Rekord konnte 14 Jahre lang nicht gebrochen werden.

Henne war in den 30er Jahren einer der erfolgreichsten Sportler neben deutschen Größen wie Max Schmeling, Gottfried von Cramm, Rudolf Harbig, Rudolf Caracciola, Manfred von Brauchitsch und Bernd Rosemeyer, um nur einige zu nennen.

Gegen Ende der 20er Jahre galt er als einer der besten und vielseitigsten Motorradfahrer in Deutschland. Er bewies während seiner Rennen, dass er Meister in allen Disziplinen war, egal ob Kurz- oder Langstrecke, Asphalt- oder Schotterpiste. Auf der Suche nach neuen Herausforderungen nahm er Anfang der 30er Jahre an den International Six-Days-Rennen teil. 1933, 1934 und 1935 gewann er die Mannschaftswertung mit der Nationalmannschaft, die eigentlich ein reines BMW-Team war.

Am 19. September 1929 war es soweit: Ernst Henne jagte zum ersten mal den Rekord mit einer 750cc Kompressor BMW und war auf Anhieb erfolgreich:

Ernst Henne brach an diesem Tag acht Weltrekorde. Nicht alle davon wurden offiziell anerkannt aber der spektakulärste blieb: mit einer Spitzengeschwindigkeit von über 216 km/h war Ernst Henne damals der schnellste Motorradfahrer der Welt.

Am Morgen des 28. November 1937 erreichte Henne den absoluten Höhepunkt seiner Karriere: er fuhr mit dem "Ei" (aufgrund der charakteristischen Form wurden Fahrer und Motorrad als "Henne mit seinem Ei" bekannt) eine offiziell bestätigte Geschwindigkeit von 279 km/h und schaffte auf der Rückfahrt unglaubliche 280 km/h. Danach beendete Ernst Henne seine Rekordjagd, aber dieser hatte bis 1951 Bestand.

1936 schrieb der Rennfahrer auch im Automobilbereich Renngeschichte. Beim Eifel Rennen fuhr er den ersten BMW 328 Prototyp und gewann nicht nur die 2-Literklasse ohne Kompressor, sondern fuhr mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 101,5 km/h die beste Zeit aller gestarteten Rennwagen. Mit dem BMW 328 gewann er zudem noch den Belgischen Grand Prix in Chimay sowie den Grand Prix von Bukarest.
Die "Rennlegende" Ernst Henne starb im Alter von 101 Jahren am 24. Mai 2005 in seinem Haus auf Gran Canaria.



letzte Überarbeitung : 2008-06-25